17

Aug 2018

Der Gemeindevorstand wird aufgefordert zukünftig kommunale Flächen nur noch an Zirkusbetriebe zu vermieten, die keine Wildtiere mitführen. Hierunter fallen insbesondere Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Großbären, Großkatzen, Nashörner, Primaten, Wölfe und Pferde. Mit der Beschränkung soll den Gefahren, die mit der Haltung dieser Tierarten in mobilen Einrichtungen einhergehen, Rechnung getragen werden.

Bereits geschlossene Verträge oder Zusagen bleiben von dem Beschluss unberührt.

 

Begründung:
Viele (Wild-)Tierarten, Bären, Löwen, Affen, aber z.B. auch Pferde, können insbesondere in kleinen Zirkusbetrieben nicht artgerecht gehalten werden. Selbst Großbetriebe können das in der Regel nicht sicherstellen. Im Sinne des Tierwohls haben bereits andere hessische Kommunen, z.B. Kassel, der Wetteraukreis, Gelnhausen und Büdingen, ein Wildtierverbot beschlossen, d.h. dort dürfen Zirkusse mit Wildtieren nicht mehr gastieren. Immer wieder gab es Initiativen des Bundesrates zum Verbot der (Wild-)Tierhaltung in Zirkusbetrieben, die aber bisher auf Bundesebene nicht in ein Verbot mündeten - anders als in 19 anderen europäischen Ländern, in denen bereits ein totales oder teilweises Verbot von Zirkus-Wildtieren gilt.

Bei einer Erhebung im Jahr 2012, aktuellere Zahlen liegen nicht vor, zeigte sich, dass Amtstierärzte bei fast jeder zweiten Kontrolle Verstöße gegen die Haltungsanforderungen feststellten - bei Wildtieren, aber auch bei domestizierten Tieren. Bei 895 Kontrollen bundesweit kam es zu 409 Verstößen.

Dies zeigt eindringlich, dass eine artgerechte Haltung nicht möglich zu sein scheint. Insbesondere Angehörige kleiner Zirkusse ziehen im Winter auch immer wieder durch Schauenburg, um Geld für Tierfutter im Winterlager zu sammeln. Dies ist ein weiteres Indiz für die Haltungszustände.

Vor diesem Hintergrund sollte im Sinne des Tierwohls zukünftig auf die Vermietung von Flächen an Zirkusbetriebe mit (Wild-)Tieren verzichtet werden. Da es in der Vergangenheit weilweise erfolgreiche Klagen von Zirkusbetrieben gegen Verbote gab, muss zuvor geprüft werden, in welchem Umfang rechtssicher von einer Vermietung abgesehen werden kann. Andere Städte und Gemeinden mit entsprechenden Beschlüssen können dabei Vorbild sein.

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