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Nov 2016

Die Vorweihnachtszeit birgt stets einige Überraschungen, nicht nur für Kinder. Die kommen oft aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. So erging es auch Kindern, die von ihren Eltern in die Kitas gebracht wurden: Kurz nachdem ein Weihnachtsbaum in der Kita aufgestellt worden war, musste er auch schon wieder abgebaut werden.

Ein großes „Warum?“ stand unausgesprochen im Raum. Ein Schildbürgerstreich?

Seit 2013 wurden in Schauenburg seitens der Gemeinde keine Weihnachtsbäume mehr an die gemeindlichen Einrichtungen verteilt. Begründet wurde das mit der schlechten Haushaltslage. Gleichzeitig rief man öffentlich zu einer Baumspende auf, der viele Bürgerinnen und Bürger nachkamen. So konnte der Bedarf an Weihnachtsbäumen gedeckt werden (vgl. HNA-Artikel „Gemeinde Schauenburg hat kein Geld für Weihnachtsbäume“, Nicole Schippers, veröffentlicht am 01.12.2014).

Daran hatte sich bis heute eigentlich nichts geändert. Eigentlich. Das musste Michael Plätzer leider am eigenen Leib erfahren: „Ich hatte die Idee, die Gemeinde zu unterstützen und allen Kindertagesstätten einen Weihnachtsbaum zu spenden. Darum sprach ich mit den jeweiligen Leiterinnen und fragte nach, ob ein Baum benötigt würde.“ Im Dialog ergab sich, dass von den angefragten Kitas einige gerne einen Weihnachtsbaum als Spende annehmen würden, da sich jede Kita selbst kümmern müsse. Dementsprechend wurden die jeweiligen Weihnachtsbäume am Mittwoch, dem 23.11.2016, in die Kitas gebracht und von dankbaren Eltern und Kindergärtnerinnen empfangen.

Am gleichen Nachmittag kam die böse Überraschung: Eine E-Mail aus dem Rathaus, in der Michael Plätzer aufgefordert wurde, die Bäume wieder zu entfernen. Mit der Begründung, dass dies nicht mit der Gemeinde abgesprochen gewesen sei und bereits Bäume vorhanden seien. „Ich hatte Angst, dass die Mitarbeiterinnen Ärger bekommen könnten, daher habe ich die Bäume wieder abgeholt. Trotzdem waren sowohl die anwesenden Eltern, die Mitarbeiterinnen als auch ich sehr verwundert darüber.“ berichtete Plätzer.

Man sollte meinen, die Gemeinde würde sich über das Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger freuen. In diesem Fall scheint dies allerdings nicht sonderlich zu gelten. Und der Schildbürgerstreich geht noch weiter: Plötzlich wurden vom Bauhof der Gemeinde Weihnachtsbäume geliefert, die in großer Zahl anscheinend gestiftet worden waren. Warum man die bereits aufgestellten, privat gespendeten Bäume, nicht haben wollte, um alle gemeindlichen Einrichtungen ergänzend auszustatten, weiß vermutlich nur das Rathaus allein.

„Ich glaube, das Problem lag in meiner Person. Hätte jemand anderes die Bäume gespendet, wäre das ganze kein Thema gewesen“, meinte Michael Plätzer und ergänzte: „Ich verstehe das ganze Problem an sich nicht: Die Gemeinde verfügt über 88 Hektar Wald und könnte hier mit geringem Aufwand und nahezu kostenneutral Weihnachtsbäume entnehmen. Natürlich müssen im Gegenzug auch neue angepflanzt werden. Damit wäre die ganze Baumspende an sich überflüssig. Haushaltslage hin oder her!“

Manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht. Oder anders gesagt: Die Bürger aus Schilda hätten es auch nicht besser machen können.


Foto: Copyright pexels.com / Montage: SPD Schauenburg

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